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Aus der Schulchronik
Durch die Industrialisierung Wiener Neustadts im 19. Jahrhundert nahm die Bevölkerung rasch zu, am stärksten in der Josefstadt. Damit ging auch eine Überfüllung der damaligen Schulen einher. Bald wurde die Situation unerträglich. Am 27. März 1900 stimmte die Majorität der Gemeindevertreter dem Bau einer Doppelvolksschule mit je 5 Klassen für Knaben und Mädchen getrennt zu. Die Pläne dazu waren von Stadtingenieur Wincenec. Die Baukosten inklusive der Einrichtung betrugen 170 368 Kronen. Die Arbeiten gingen rasch voran.
Am 14. September 1902 wurde die feierliche Eröffnung durch den Bürgermeister Franz Kammann vorgenommen.
Schon im Jahre 1910 war die Schule bereits zu klein. Ein vierklassiger, villenartiger Zubau an der Rückseite des Areals schaffte Abhilfe.
In den darauffolgenden Jahren musste die Schule beträchtliche Zerstörungen hinnehmen.
Am 10.Juli 1910 wälzte sich eine riesige Windhose über die Josefstadt und hinterließ auch am Schulgebäude beträchtliche Verwüstungen. Knapp vor Ende des 2. Weltkrieges, am 18.September 1918, explodierte in der Wöllersdorfer Munitionsfabrik das Objekt 143. Durch die ungeheure Druckwelle bebten die Mauern der Schule, zersprangen Fensterscheiben, und Mörtelteile fielen von den Wänden. Die mörderischen Luftangriffe auf Wiener Neustadt während des 2. Weltkrieges hatten neben vielen Beschädigungen am Schulgebäude auch die vollständige Zerstörung des Zubaues im Schulhof zur Folge.
Nach Kriegsende wurde mit den Instandsetzungsarbeiten begonnen.
Am 20. Februar 1946 wurde der Unterricht wieder aufgenommen. Die Unicef führte eine Schulausspeisung für die größtenteils unterernährten Kinder durch und verteilte Schuhe. Der Bezirksschulrat wies der Schule Bücher und Lehrmittel zu. So konnte der Unterricht, wenn auch in äußerst ärmlichen Verhältnissen, trotzdem wieder geordnet ablaufen. Die Schülerzahlen betrugen zu dieser Zeit zwischen 46 und 53 Kinder pro Klasse.
Am 21. Juni 1952 feierte die Volksschule in der Josefstadt ihr 50 jähriges Bestehen mit einem Festprogramm im Wiener Neustädter Stadttheater.
Im November 1962 fand der Spatenstich für die Rudolf Wehrl Volksschule statt. Nach Fertigstellung konnten die Kinder des Stadtteiles Flugfeld ihre eigene Schule besuchen, und in der Volksschule in der Josefstadt wurde wieder mehr Platz.
Doch schon im Schuljahr 1965/66 zog die Allgemeine Sonderschule in den linken Gebäudeteil ein.
In den Hauptferien 1991 wurde die Josefstädter Schule zu einem "Schmuckkästchen" generalsaniert. Mit einem Festprogramm und einem Tag der offenen Tür bedankte sich die Josefstadt bei Bürgermeister Gustav Kraupa und der Stadtgemeinde.
Seit dem Schuljahr 1999/2000 arbeitet die Schule im Schulversuch "Sprachintensivierung Englisch in der Grundschule" und führt seither den Namen "Second Bilingual Primary School". Die Klassenlehrerinnen und Native speakers unterrichten die Schülerinnen und Schüler im Teamteaching. Dieser bilinguale Unterricht wird von vielen Eltern gewünscht und von den Kindern mit Begeisterung aufgenommen.
Anlässlich des 100 jährigen Bestehens feierte die Schule am 14 .Juni 2003 ein großes Fest .
Auf dem Admira - Sportplatz in der Nähe der Schule wurde ein großes Festzelt aufgebaut. Frau Bürgermeister Traude Dierdorf, zahlreiche Damen und Herren des Stadtsenates und des Gemeinderates, Herr Bezirksschulinspektor RR Werner Grobner und an die 400 weitere Gäste konnten von der Direktorin begrüßt werden. Die Lehrkräfte gestalteten mit den Schülerinnen und Schülern ein beachtliches Programm. Der Elternverein der Schule unterstützte die Schule hervorragend mit der Bewirtung der Gäste.
Am 26. November 2005 übergab Frau Bürgermeister Traude Dierdorf den Kindern in einer kleinen Feierstunde den renovierten Turnsaal.
Er entspricht nun in Einrichtung und Ausstattung allen Anforderungen.
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